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20
Jun
2005

dont traffic me with public transport

herr schroeder verdächtigt mich hin und wieder, dass ich an irgendwelchen hamburger bus- oder u-bahnhaltestellen rumlungere. nein, das bin ich nicht. ich meide öffentlichen transport, es sei denn, es handelt sich - mangels privatjet - um ein flugzeug.

ausserdem ist das verhältnis zwischen den hamburger verkehrsbetrieben und mir "angespannt". eines angetrunkenen nachts (vier gläser wein, ich vertrage gar nichts) habe ich mein auto vorbildlich stehen gelassen und bin zur ubahn st. pauli gestiefelt. natürlich fuhr meine u gerade ein, als ich oben auf der treppe stand. also nichts wie beine in die hand nehmen und losrasen. ohne anzuhalten am ticketautomaten vorbei, die nächste u fährt schliesslich erst zehn minuten später. wer steht schon gerne so lange zwischen der bekifften und besoffenen reeperbahn-mischpoke nachts um halb eins? ich nicht. ich habe angst. am ende wird man noch vor die bahn geschubst. passiert in hamburg andauernd.

am ubahnhof schlump wollten vier (ich wiederhole: 4) kontrolleure genau in meinen wagon einsteigen. meine plötzlich eintretende unzurechnungsfähigkeit überzeugte mich, denen auf dem bahnsteig in die arme zu laufen und eine falschaussage über meine identität zu machen. warum? ich habe mich erstens so geschämt, dass man mich erwischt hat, dass ich völlig wahnsinnig wurde. zweitens fand ich es sowohl unangemessen als auch bedrohlich, von drei nicht hübschen männern und einer dicken frau festgehalten zu werden. und jeder kann es sehen. peinlich. ich verwickelte und verwickelte mich in widersprüche.

irgendwann ist der dicken kontrolleurin (leader of the pack und groupie der männlichen kontrollettis. ich glaube, die war eifersüchtig) der geduldsfaden gerissen. sie mache schliesslich seit achtundzwanzig jahren den job, sowas wie ich sei ihr noch nicht untergekommen. worauf ich frech wurde "beten sie zu gott, dass sie den noch achtundzwanzig jahre machen dürfen. so jemand wie sie kriegt draussen auf dem freien markt garantiert keinen neuen."

ergebnis: sie rief die polizei und ich wurde bis zu deren ankunft in einen aufenthaltsraumcontainer ohne fenster gesperrt. den polizisten gestand ich meine falschaussage. anschliessend durfte ich nach hause.

"wenn ich jetzt schon vierzig euro bezahlen muss, kann ich bestimmt umsonst die eine station bis zu mir nach hause fahren - oder!?", tönte ich nach meiner befreiung noch in richtung der dicken kontrolleurin. wenn sie gekonnt hätte, hätte sie mich gewürgt.

ich bin sonst eine sehr höfliche, gut erzogene, artige und zivilisierte person.

* * *

die korrekte amtsvokabel für diesen vorgang heisst "beförderungserschleichung"
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