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16
Aug
2005

ich hatte telefonsex . fast gratis .

bsc ist zuhause komplett offline. ich habe keinen festnetzanschluss, schliesslich bin ich selten zuhause und im besitz eines walkietalkies (das nicht fotografieren kann). mein letzter laptop ist mir unwiederbringlich um die ohren geflogen, hardware durchgeraucht. mein leben hört sich nach steinzeit an und ich habe beschlossen, das zu ändern.

bevor ich losgehe und mir einen pc organisiere, sehe ich mich nach einer günstigen dsl-flatrate bei 1und1, t-kom, free- und hansenet um. hansenet sei berlusconi*, hinter dem hübschen alice-gesicht (jungs, ruhig bleiben!) lauert die fratze dieses ganoven. so jemanden will ich grundsätzlich keine kröten in die kasse spülen.

aber ich bin im moment käuflich und wenn hansenet-alice zwanzig euro billiger wäre als die mitbewerber (obwohl, das schaffen die nicht, die haarverlängerungen von alice waren schon so teuer und die digitalen bearbeitungskünstler waren nicht günstig), würde ich das angebot annehmen. keine frage.

um mir das stundenlange surfen auf den unübersichtlichen und verwirrenden angeboten zu ersparen und meinen botox-konsum gegen die dadurch entstehenden wut-und-fragezeichen-falten zwischen den augenbrauen unter einer gallone im jahr zu halten, telefoniere ich lieber mit den jeweiligen hotlines. auch mit der hansenet-alice-hotline (die mir übrigens sehr häufig in den männlichen blogs über den weg läuft, nicht die hotline, aber das pic von alice).

HOTline im wahrsten sinne des wortes. die weibliche stimme, die mich begrüsst und durchs menü führt - das ist bestimmt alice höchstselbst! sie scheint aber mit anderen dingen beschäftigt zu sein. mir kommt es vor, als habe sie warme gedanken im kopf, die hände zwischen ihren beinen und das höschen tropfnass. so haucht und jauchzt sie vor sich hin. hab ich mich verwählt? telefonsexline? ich warte, dass sie schmutzige worte raunt. ich kann mich nicht konzentrieren. ich lege fünfmal auf und wähle die nummer erneut, weil ich jedesmal vergesse, welche ziffer ich eigentlich wählen wollte, um den richtigen service am ohr zu haben.

jetzt stöhne ich. nicht vor wonne, aber immerhin. und juchze begeistert, als endlich ein echter hansenet-mitarbeiter mit mir spricht.

"haben sie nur männliche kunden?". frage ich ihn.

"nein, wieso?", fragt er erstaunt zurück.

"nun," sage ich, "mich törnt ihre weibliche telefonsexstimme ab. bei meinem nächsten anruf erwarte ich eine auswahl, ob ich telefonsex mit einem mann oder ihrer alice will. eine sexy-rauchige warm vibrierende männerstimme hätte ich gerne. sonst können sie mich als kundin sofort vergessen. diese anregung können sie gleich an ihre marketingabteilung weiterleiten!"

der alice-mann am anderen ende lacht.

schlauer bin ich übrigens immer noch nicht, welchen dsl-tarif ich nehmen soll. ich habe alle lines durchtelefoniert. keine war so heiss wie alice. sollte sie mal "between jobs" sein, dann kann sie sich hier bewerben.

* * *

(btw: hat jemand einen kleinen günstigen lap für mich? und weiss jemand eine url, die mir auf einen blick sagt, wer den günstigsten dsl-tarif hat?)

[*RICHTIGSTELLUNG: wie ich gerade in den chocs erfahre (danke, mequito), hat berlusconi nichts mit hansenet zu, er hat eine andere mafiöse telekombude. aber er passt mit seinem gesicht so schön in das posting, darum lass ich ihn drin. das nächste mal erlaube ich mir keinen fehler, versprochen]

glück gehabt

hamburg st. georg von rechts nach links: zuerst der bahnhof mit angeschlossenen rotlichtshops und pokis, klebrigen souterrainspelunken mit discount-strichern und -stricherinnnen vermischt mit kleinen türkischen, arabischen und indischen läden. in der mitte der hansaplatz, der schönste platz hamburgs, wenn da nicht die weissen junkies, penner und pissoirs wären. geteilt wird das gebiet durch die "lange reihe", schwules zentrum mit den nobellokalen "sgroi" und "cox", das mittlerweile von hetero-lokalen begrenzt wird: an der einen seite der hetero-ischen-klub "golden cut" und an der entgegengesetzten die "turnhalle", die durch gezielt schwulenfeindliche aktionen ihren laden für unter-ischen und deren oberschnarchige begleiter freihält. zur alster hin findet man teure wohnhäuser und luxushotels wie "royal meridien" und oldie-but-goldie - das "atlantik" aus dem bondfilm.

hier wo brenton. mitten in st. georg genau zwischen trash-hansaplatz und den schönen alsterbauten. brenton ist einer meiner lieblingsfreunde. er ist ein sonnenschein aus dem "rainbow state" südafrika. in südafrika gehört er zu den coloured people. er war alt genug, um die apartheid am eigenen kinderleib und -seele zu spüren. ich sage schokobrownie zu ihm, nicht böse gemeint, sondern zärtlich. brenton lebt seit einigen jahren in deutschland, sein deutsch ist fabelhaft, sein englisch exzellent (von afrikaans ganz zu schweigen).

oft hat er das pech, dass busfahrer, die vielleicht schlechter deutsch sprechen als er, ihm grinsend die tür vor der nase zu machen und auf das gaspedal treten, wenn er sich abgehetzt hat, um den bus noch zu erreichen. wir fragen uns oft, ob es mit seiner hautfarbe zusammen hängt und wir meinen ja. auch von seinem nachbarn, der eine etage unter ihm wohnt, muss er sich bei jedem aufeinandertreffen als nigger oder niggerarsch beschimpfen lassen. ignore him, brenton, ignore him, haben wir freunde immer zu ihm gesagt. er hat ihn ignoriert.

brenton arbeitet hart in einem siebentagejob. einen tag in der woche frei, meistens montags. er ist charmant, fröhlich, höflich zu jedermann und very good to be with. sonst wäre er nicht mein freund. brenton hört sehr gerne musik. "wer jammert da und zerreisst sich das herz?" frage ich ihn immer, wenn ich ihn besuche. ich mag whitney und co. nicht. always whining.

an seinem vergangenen freien montag klingelte der nachbar mit "niggerarsch"-wortschatz wütend bei brenton, wohl um sich über die musik zu beschweren. er schlug ohne vorwarnung rasend mit einer scharfen, schweren eisenstange auf brenton ein. er zerfetzte seinen linken oberarm, prellte seine hand und rücken und schlug ein grosses loch in die recht massive wohnungstür und tiefe kratzer in die metallene türzarge.

die gerufene polizei wollte brenton gerne den selbst-schuld-schwarzen(!)-peter unterjubeln, nunja, er habe ja schliesslich parkett, da wäre doch ein teppich ratsam. ausserdem wisse sie (die polizei) ja nicht, welche musik brenton denn höre. es könne ja irgendeine afrikanische sein und wenn die laut wäre, ja dann...

die mitarbeiterin der hausverwaltung teilte zu dem vorfall am telefon lässig mit, brenton dürfe sich nicht wundern, dass sowas passiere, schliesslich wohne er in st. georg. gegen den gewalttätigen nachbarn könne sie nichts unternehmen, selbst wenn er auf brenton einschlüge und ihn verletze. der nachbar müsse gegen die hausordnung verstossen, also mindestens eine schwere sachbeschädigung verursachen.

gott sei dank hat er mit voller wucht die tür getroffen. glück gehabt.
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