eine glatte sechs
"wie, du bist sitzengeblieben!?", fragte anne erstaunt. anne ist meine stiefmutter, legitime nachfolgerin meiner mutter und für mich absoluter sonnenschein. ich könnte sie andauernd knutschen, wenn ich in ihrer nähe bin, ich liebe diese frau.
zurück zum sitzenbleiben: "wie jetzt? mache ich den eindruck, dass ich nie sitzengeblieben bin? sehe ich so schlau aus?", fragte ich zurück und musste lachen.
ich fühle mich geehrt. ich finde, man sieht es mir an der nasenspitze an, dass ich mir hochendpubertär in der neunten klasse eine glatte sechs in mathe und eine fünf in "handarbeit" einfing. auf beide zensuren war ich hormonell völlig verstört stolz. eine sechs war damals so etwas wie ein USP, ein alleinstellungsmerkmal. die hatte weit und breit keiner, soweit ich informiert war. die fünf in handarbeit - man stelle sich vor bsc wurde zum nähen von karierten tischdecken und zum umhäkeln von taschentüchern gezwungen - hat mir nicht geschadet. heute besticke ich freiwillig hundehalsbänder. so kann's gehen.
ich fand es prima, das jahr zu wiederholen, weil die klasse, in die ich kam, wesentlich bessere leute und vor allen dingen mehr jungs zu bieten hatte, als die drei männlichen schnarchnasen und zig strebenden mädchen, mit denen ich die langen jahre von der fünften bis zur neunten zwangsweise verbringen musste. in der wiederholerklasse hatte ich ungeahnten spass und mit den jungs und mädchen habe ich die folgenden vier jahre bis zum schluss leicht durchgehalten.
anne erzählte mir, dass eine ex-schulkameradin mich suche, die eines der berüchtigten und von mir befürchteten klassentreffen (hundert jahre neunte klasse salzgitter) zu veranstalten. auf mein "ach du meine güte!" erklärte sie mir, dass die für mich ominösen klassentreffen genauso schöne traditionen seien wie das feiern von gnadenhochzeiten und goldenen konfirmationen. veranstaltungen, deren sinn sich mir zunächst nicht recht erschliessen wollte.
ich war begeistert von annes schilderung so vieler unbekannter traditionen, dass ich mir von ihr die namen der ex-schüler vorlesen liess. es sind leider die prä-sitzenbleiben-mitschüler. ich werde hingehen, obwohl ich mir sicher bin, dass ich mich noch einmal tödlich langweilen werde. ich wollte mehr abenteuer.
irgendwie klappt das nicht.
zurück zum sitzenbleiben: "wie jetzt? mache ich den eindruck, dass ich nie sitzengeblieben bin? sehe ich so schlau aus?", fragte ich zurück und musste lachen.
ich fühle mich geehrt. ich finde, man sieht es mir an der nasenspitze an, dass ich mir hochendpubertär in der neunten klasse eine glatte sechs in mathe und eine fünf in "handarbeit" einfing. auf beide zensuren war ich hormonell völlig verstört stolz. eine sechs war damals so etwas wie ein USP, ein alleinstellungsmerkmal. die hatte weit und breit keiner, soweit ich informiert war. die fünf in handarbeit - man stelle sich vor bsc wurde zum nähen von karierten tischdecken und zum umhäkeln von taschentüchern gezwungen - hat mir nicht geschadet. heute besticke ich freiwillig hundehalsbänder. so kann's gehen.
ich fand es prima, das jahr zu wiederholen, weil die klasse, in die ich kam, wesentlich bessere leute und vor allen dingen mehr jungs zu bieten hatte, als die drei männlichen schnarchnasen und zig strebenden mädchen, mit denen ich die langen jahre von der fünften bis zur neunten zwangsweise verbringen musste. in der wiederholerklasse hatte ich ungeahnten spass und mit den jungs und mädchen habe ich die folgenden vier jahre bis zum schluss leicht durchgehalten.
anne erzählte mir, dass eine ex-schulkameradin mich suche, die eines der berüchtigten und von mir befürchteten klassentreffen (hundert jahre neunte klasse salzgitter) zu veranstalten. auf mein "ach du meine güte!" erklärte sie mir, dass die für mich ominösen klassentreffen genauso schöne traditionen seien wie das feiern von gnadenhochzeiten und goldenen konfirmationen. veranstaltungen, deren sinn sich mir zunächst nicht recht erschliessen wollte.
ich war begeistert von annes schilderung so vieler unbekannter traditionen, dass ich mir von ihr die namen der ex-schüler vorlesen liess. es sind leider die prä-sitzenbleiben-mitschüler. ich werde hingehen, obwohl ich mir sicher bin, dass ich mich noch einmal tödlich langweilen werde. ich wollte mehr abenteuer.
irgendwie klappt das nicht.
bittersweet choc ° 11.10.2005
