mein büro ist in einer gegend hamburgs, in der ich nicht tot über dem zaun hängen möchte. sterbenslangweilige rotklinkerbauten und eine brüllend laute strassenkreuzung. bei sommerlich geöffneten fenstern trage ich meine lieblingsbegleiter für die nacht auch während des tages: ohropax. und wenn die polizisten mit grellem tatütata über die kreuzung rasen, bohre ich mir das rosa wachs noch tiefer in die ohren. solange bis es weh tut. meine kollegen müssen sich dann in gebärdensprache mit mir verständigen. das machen sie mittlerweile ganz ordentlich.
in diesen tagen brausen millionen blaulichtpolizisten gleichzeitig mit höllenlärm die strasse hoch und runter. sie sind die eskorte für eine ganz
gefährliche gefährdete fracht: us-amerikanische fussballspieler.
mir ist schleierhaft, warum sich eine mannschaft mit sicherheitsstufe knallrot ein
hotel mitten in der grössten
fussgängerzone hamburgs eingemietet hat. wieso geht sie der sicherheit wegen nicht an den ruhigen, überschaubaren
stadtrand nah am flughafen und erspart mir den lauten alarm, den autofahrern die lästigen absperrungen und der stadt hamburg hohe polizeikosten?
ich will aber nicht schimpfen, schliesslich sind auch die amerikaner zu gast bei freund(inn)en und wir wissen ja, dass diese soccer nicht allzu lange hier bleiben werden - oder?