glücksreise
eric ist an allem schuld. zum beispiel daran, dass ich heute in hamburg lebe. kennen gelernt habe ich ihn, als ich mit einer glücksreise, diesem brutalen konzept, bei dem man nicht weiss, in welches hotel man am urlaubsort übernachtet, im april 1991 auf fuerteventura traf. auch er war mit seinem freund und mit dem (un-)glückskonzept unterwegs. ich aus berlin, eric und freund aus hamburg, wir drei unglücklich verfrachtet in ein unspektakuläres, heruntergekommenes hotel, in dem man alle möglichen gäste vermutet, nur kein schwules pärchen und einen alleinreisende frau.
klar, dass ich mich mit den beiden männern anfreundete, sie waren die einzigen, die nicht abends bei den schunkelliedern wie "an der nordseeküste" die schultern schlossen. erics freund musste alsbald das weite suchen, weil ihm eine sonnenallergie das leben zur hölle machte. kaum war er abgeflogen, fing es an, tagelang in strömen zu regnen. gott sei dank ist eric ein fantastischer geschichtenerzähler und ich die dankbarste konsumentin. ich halte zu gerne meine klappe und lasse mich unterhalten.
damals war ich noch jung und unverdorben. allerdings bin ich eine leicht zu beeinflussende person, besonders wenn mich personen faszinieren. fataler weise allerdings auch, wenn mich eigenarten anderer sehr stören, auch die nehme ich zu gerne an. papageiismus. so lernte ich von eric, jungs auf eine ganz andere weise wahrzunehmen, halt mit dem schwulen auge. so wurde aus dem gut erzogenen mädchen eine ziemliche ziege. ich brauchte lange zeit, mir dieses verhalten abzugewöhnen.
unsere frustigen, tristen nächte in der hoteldisko, dessen deko höchstwahrscheinlich von einer psychedelischen lesbe gepinselt wurde, versüsste ich mir durch ertränken in cointreau (alkopops gab es noch nicht und bis zu diesem zeitpunkt hatte ich nie alkohol getrunken – ich schwörs bei allem was mir heilig ist) und eric mit anderen getränken.
ein paar monate später feierte ich mit eric heiligabend auf der reeperbahn. nach den drei klebrigen cointreaus, die mich zum singen schmutziger lieder und beinahe zum übergeben brachten, bekam ich den ersten joint meines lebens in die hand gedrückt. "wie macht man das?", fragte ich.
"du musst ziehen, inhalieren und den qualm ein paar sekunden in der lunge halten, bevor du ausatmest.", lautete die bedienungsanleitung. gesagt, getan. inhaliert, qualm gehalten, ausgeatmet. insgesamt dreimal kurz hintereinander. der abend endete mit hubschrauberrotatoren in voller geschwindigkeit in magen und im kopf in der gosse auf dem nassen asphalt der davidstrasse. ich war nicht mehr fähig zu laufen – einer der dunkelsten momente meines lebens. eric trug mich ins bett und ich rührte das zeug nie wieder an.
wiederum monate später wagten wir uns zusammen nach ägypten, obwohl dort bomben in kairos souk explodierten. eric wollte abenteuerlich die schätze der nofreten und tutenchamuns ausgraben. mir war das ziel egal, ich fahre überall hin, auch in krisengebiete.
warum wir beide wissen, wie man iljuschin schreibt, wie wir uns an indischem essen verschluckt und uns mit den wächtern der pyramiden gestritten haben, wir in schlechten parfum baden mussten, mit farbbeuteln beworfen wurden und die GIs auf dem sinai erfolgreich von meinem leib gehalten haben kommt morgen in den blog. versprochen.
klar, dass ich mich mit den beiden männern anfreundete, sie waren die einzigen, die nicht abends bei den schunkelliedern wie "an der nordseeküste" die schultern schlossen. erics freund musste alsbald das weite suchen, weil ihm eine sonnenallergie das leben zur hölle machte. kaum war er abgeflogen, fing es an, tagelang in strömen zu regnen. gott sei dank ist eric ein fantastischer geschichtenerzähler und ich die dankbarste konsumentin. ich halte zu gerne meine klappe und lasse mich unterhalten.
damals war ich noch jung und unverdorben. allerdings bin ich eine leicht zu beeinflussende person, besonders wenn mich personen faszinieren. fataler weise allerdings auch, wenn mich eigenarten anderer sehr stören, auch die nehme ich zu gerne an. papageiismus. so lernte ich von eric, jungs auf eine ganz andere weise wahrzunehmen, halt mit dem schwulen auge. so wurde aus dem gut erzogenen mädchen eine ziemliche ziege. ich brauchte lange zeit, mir dieses verhalten abzugewöhnen.
unsere frustigen, tristen nächte in der hoteldisko, dessen deko höchstwahrscheinlich von einer psychedelischen lesbe gepinselt wurde, versüsste ich mir durch ertränken in cointreau (alkopops gab es noch nicht und bis zu diesem zeitpunkt hatte ich nie alkohol getrunken – ich schwörs bei allem was mir heilig ist) und eric mit anderen getränken.
ein paar monate später feierte ich mit eric heiligabend auf der reeperbahn. nach den drei klebrigen cointreaus, die mich zum singen schmutziger lieder und beinahe zum übergeben brachten, bekam ich den ersten joint meines lebens in die hand gedrückt. "wie macht man das?", fragte ich.
"du musst ziehen, inhalieren und den qualm ein paar sekunden in der lunge halten, bevor du ausatmest.", lautete die bedienungsanleitung. gesagt, getan. inhaliert, qualm gehalten, ausgeatmet. insgesamt dreimal kurz hintereinander. der abend endete mit hubschrauberrotatoren in voller geschwindigkeit in magen und im kopf in der gosse auf dem nassen asphalt der davidstrasse. ich war nicht mehr fähig zu laufen – einer der dunkelsten momente meines lebens. eric trug mich ins bett und ich rührte das zeug nie wieder an.
wiederum monate später wagten wir uns zusammen nach ägypten, obwohl dort bomben in kairos souk explodierten. eric wollte abenteuerlich die schätze der nofreten und tutenchamuns ausgraben. mir war das ziel egal, ich fahre überall hin, auch in krisengebiete.
warum wir beide wissen, wie man iljuschin schreibt, wie wir uns an indischem essen verschluckt und uns mit den wächtern der pyramiden gestritten haben, wir in schlechten parfum baden mussten, mit farbbeuteln beworfen wurden und die GIs auf dem sinai erfolgreich von meinem leib gehalten haben kommt morgen in den blog. versprochen.
bittersweet choc ° 10.11.2005
18 chocs ° add your choc now! ° 0 Trackbacks
mcwinkel - 10.47.2005
:-)
Dope nach Alkohol; das klappt nie. Sie sollten dem Stickyjicky noch eine Chance geben!
Schöne, alte Geschichte. Bei mir gibt´s heute 1992 - mit sehr grausigem Bild von damals. Beware!
Dope nach Alkohol; das klappt nie. Sie sollten dem Stickyjicky noch eine Chance geben!
Schöne, alte Geschichte. Bei mir gibt´s heute 1992 - mit sehr grausigem Bild von damals. Beware!
bittersweet choc - 10.01.2005
psst, mc, habe ich ja - das mit der chance. aber wer weiss wer hier mitliest...!
ja, ich muss auf meinen geschichtenfundus zurück greifen, weil ich so gut wie keine zeit habe, zu bloggen, weder bei mir noch bei euch allen.
ja, ich muss auf meinen geschichtenfundus zurück greifen, weil ich so gut wie keine zeit habe, zu bloggen, weder bei mir noch bei euch allen.
mcwinkel - 10.04.2005
Geht mir i.M. ähnlich, bsc! Schnacken am 24sten dann mal in Ruhe!
bittersweet choc - 11.29.2005
ja, ich freue mich schon darauf!
glamourdick - 10.55.2005
wo bleibt das sombrerobild? ich finde das gehört hierher, auch wenn es schon mehrfach zu bestaunen war.
bittersweet choc - 10.02.2005
ich brauchte den ganzen tag, um zu überlegen, welches bild du meinst. ich wollte dich schon anrufen. aber du meinst das mit dem tweety oder speedy gonzales - oder?
luckystrike - 10.06.2005
uuh, choc is back! freu*
süße geschichte, wie du homosexualisiert wurdest, und nicht alle spekte dran vertragen hast ;-)
süße geschichte, wie du homosexualisiert wurdest, und nicht alle spekte dran vertragen hast ;-)
bittersweet choc - 10.04.2005
stimmt - du hast recht, so wurde ich homosexualisiert und bin das lange zeit geblieben. lilo wanders wollte mich mal in ihre sendung zerren, weil ich behauptet habe, ich sei eine schwule frau (also nicht lesbös, nicht dass das jemand falsch versteht). jetzt bin ich wieder hetero-mäuschen ;)
sabbeljan - 10.24.2005
sorry for kalenderblattposting, aber passt: "Man muss das Glück unterwegs suchen, nicht am Ziel. Dort ist die Reise zu Ende." in diesem sinne, immer weiter.
bittersweet choc - 10.04.2005
kalenderblattposting ist doch in, lieber jan!
Au-lait - 10.03.2005
Wolltet Ihr etwa Gräber rauben? :)
bittersweet choc - 10.06.2005
ich nicht - aber eric vielleicht ;)
Au-lait - 10.12.2005
der Schlingel! :)
brittbee - 10.56.2005
Die GI-Story klingt nach einer wahren Perle, ich bin gespannt. Gemeinsam reisen ist die beste Prüfung für eine Freundschaft. Ich habe danach schon ein, zwei zu Grabe getragen.
bittersweet choc - 10.07.2005
die GI story ist fast das beste an der reise, ich glaube, die reicht sogar für ein tagesposting :)
oja, diese urlaubs-freundschafts-tests mit anschliessender trauerfeier hatte ich auch schon zu hauf. mit eric ist es gott sei dank weiter gegangen. bis heute!
oja, diese urlaubs-freundschafts-tests mit anschliessender trauerfeier hatte ich auch schon zu hauf. mit eric ist es gott sei dank weiter gegangen. bis heute!
Eric_HH - 10.05.2005
soso, du hast deine drohung wahr gemacht und erzählst anekdoten aus unserer jugend. nun, dann finde ich, sollten wir mal die GI-geschichte aus zwei perspektiven erzählen. wollen wir doch nicht etwa die spannendsten teile unter den tisch fallen lassen, oder? morgen also ägypten aus zwei blickwinkeln? (mal sehen, ob ich wieder an allem schuld trage... )
bittersweet choc - 11.34.2005
sweetie, du weisst ja wohl, wie dankbar ich dir für all die guten dinge, an denen du schuld nachweislich schuld bist, bin: sport, job, hamburg. all die guten dinge, auf die ich ohne dich nicht gekommen wäre :)
was die GI-geschichte angeht: ich schlage vor, du schreibst sie unabhängig von mir und veröffentlichst sie bei dir und ich schreibe die geschehnisse aus meiner sicht. publishen werden wir jeweils zu einer genau vereinbarten zeit, z.b. montag, 14.00 uhr. wie findest du das?
was die GI-geschichte angeht: ich schlage vor, du schreibst sie unabhängig von mir und veröffentlichst sie bei dir und ich schreibe die geschehnisse aus meiner sicht. publishen werden wir jeweils zu einer genau vereinbarten zeit, z.b. montag, 14.00 uhr. wie findest du das?
Eric_HH - 11.42.2005
urlaub aus zwei blickwinkeln
aber gerne doch. ich habe auch schon bei mir angefangen, allerdings bin ich - geschwätzig wie ich bin - noch bei der anreise. du erinnerst dich an die reizenden stewardessen von ber-line? ob ich deshalb bis montag schon die GI beschreiben kann, weiß ich noch nicht, aber ich gebe mir mühe....

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