marissa mayer, knapp über dreissig, mehrfache millionärin, google's mächtiger product scout und vice president, bemerkte in ihrem spiegel-
interview, dass es mittlerweile normal sei, seine bekannten zu "ergoogeln", bevor man sich mit ihnen verabrede.
recht hat die clevere dame und sie erinnert mich daran, dass ich einen folgenschweren fund vor ein paar jahren gemacht hatte. es war kein date, dem ich nachspionierte, sondern ein ganz gut aussehender "schwarm". der schwarm war zuständig für die finanzen der firma, bei der ich kurz zuvor einen arbeitsvertrag unterschrieben hatte.
wenn man ins schwärmen gerät, wälzt man keine telefonbücher mehr, sondern geht zu google und gibt den namen feinsäuberlich in häkchen ein. das besondere an meinem damaligen schwarm war, dass sein name ein ungewöhnlicher war und die suchtreffer auf google.com waren volltreffer, nein, bomben: die referenzen zu dem in frage kommenden herren waren ausschliesslich auf seiten von scientology-gegnern zu finden.
my heart was sinking. deeply. ich versuchte mich zu beruhigen. das musste ein irrtum sein! es kann nicht sein, dass ich in einer firma anfange, die von scientologen geführt wird! da gibt es bestimmt noch jemanden in der weiten welt, der genauso heisst!
obwohl - musste ich nicht äusserst merkwürdige einstellungstests absolvieren? war die personalchefin nicht eine art ferngesteuerte ulla schmidt. nicht greifbar, irgendwie extraterrestrisch, ich konnte mit ihr keine verbindung aufnehmen. und dann die bilder in den büros mit den schlecht aus dem englischen ins deutsche übersetzten holprigen motivationssätzen. alle schreibtische waren wie uniformiert, auf ihnen gab es keine persönlichen gegenstände der mitarbeiter, sondern nur akkurat ausgerichtete telefone und die - wie ich später lernte - SO-typischen drei ablagekörbe. alles wie gestanzt und unverrückbar an der gleichen stelle.
ich suchte tag und nacht informationen zu scientology. erstaunlicherweise gab es damals auf google ausschliesslich offizielle scientology-seiten. da kam ich nicht weiter. ich versuchte es mit metager. die suche dort brachte ein umso schlimmeres ergebnis: google hatte sich
seinerzeit dem druck der scientologen gebeugt und bei eingabe des keywords "scientology" sämtliche gegnerseiten
aus dem index geworfen.
ich war umzingelt und bedroht: von scientologisch unterwandertem google und diesen verrückten scientologen selbst, für die ich nun arbeiten sollte. wie ich aus den klauen der scientologenbutze entkam, schreibe ich ein andermal.
heute suche ich aus sicherheitsgründen nicht nur mit google. ich bin froh, dass es
technorati,
answers,
a9,
wikipedia und
del.icio.us gibt. vor allen dingen del.icio.us ist ein wahrer goldschatz, was wunderbare scientologenlinks angeht.
tom cruise is nuts war so ein köstliches schätzchen.
mein neuestes delicíous-fundstück ist
liquid generation. hier erklärt uns tom cruise höchstpersönlich, was ein "operating thetan" ist und wie es kam, dass hollywood mit der scientology-k*cke überzogen wurde. exklusiv und schonungslos ehrlich beantworten john travolta, kirstie alley, vin diesel, lindsay lohan und katie holmes, warum sie scientologen sind. ein selbsttest rundet die gelungene veranstaltung ab. ach so, man kann auch für scientology spenden: das erstgeborene.
grossartig.
das ergebnis meines auditings ist eine katastrophe - gelinde gesagt: